Samstag, 11. Oktober 2008

Die Sakkotypen des Frühjahrs I: Der Stadteinreiher

Zwar hat vor kurzem erst der Herbst begonnen, aber da die Planung einer jeden vernünftigen Garderobe bzw. auch Neuanschaffung rechtzeitig geplant sein will, sollte man auch jetzt schon den einen oder anderen Gedanken an den Frühling verschwenden. So sieht es auch das Herrenjournal:

"Seit längerer Zeit gibt es zum erstenmal wieder bei den einreihigen Sakkos ein Modell, das insofern eine Sonderstellung einnimmt, als sein Aktionsradius verhältnismäßig begrenzt ist, denn diese Fasson ist vornehmlich für die Bannmeile der Großstadt bestimmt. Und zwar durch die korrekte Note, die diesem Sakko durch seine steigenden Revers zudiktiert wird. Der Anzug erhält durch diesen Schnitt einen Stil, der für das Beiwerk fast noch verpflichtender ist als beim Zweireiher, der sich, wenn er aus einem Cheviot gearbeitet wird, schließlich auch einmal zwanglosere Attribute wie etwa den Snapbrim leisten kann. So rangiert dieser Einreiher in gewisser Beziehung heute beinahe noch vor dem zweireihigen Anzug. Um so mehr, da man ihn hauptsächlich als Zweiknopfsakko arbeitet und er dann mit einer zweireihigen Weste oder einer Phantasieweste kombiniert wird, was seine Eleganz noch mehr unterstreicht.

Der seriöse Eindruck dieses Modells wird noch dadurch betont, daß man bei ihm alle prononcierten Muster vermeidet. Mit besonderer Vorliebe wendet man sich daher hier den Diagonalstoffen zu, die man dann besonders in Braun oder Grau wählt. In Dunkelblau oder in einem schwarzen Panamastoff hat dieses Modell aber geradezu festlichen Charakter, und es kann dann ebensogut als gesellschaftlicher Tagesanzug wie auch als kleiner Abendanzug - in diesem Fall natürlich mit Schleife - verwendet werden.


Der Stadteinreiher mit steigendem Revers bekommt eine besonders elegante Note durch die zweireihige Weste; Vielfach in Uni gehalten, belebt man diesen Anzug gern durch ein gestreiftes Hemd mit Querfront, das als Basis dienen kann für eine Krawatte mit Bandelierstreifen. Auch bei den Strümpfen empfehlen sich Streichen. Der steigenden Revers wegen nur Halfbrogues, keine Flügelkappen. Ebenso nur camberartige Hüte und kein Snab.

Die Exklusivität dieses Modells ist nun aber keineswegs ein Hinderunsgrund, es durch dekoratives oder farbiges Beiwerk zu ergänzen. Das trifft besonders für Hemd und Krawatte zu. Denn der ruhige Stoff, der heir zur Verarbeitung kommt, kann dies durchaus vertragen. So hält man sich hier, um keinen zu monotonen Eindruck zu machen, bei dem Hemd, zu dem natürlich ein Speerkragen gehört, an klassische Streifen - auf der Brust horizontal verlaufend - und bei den Krawatten meist an leuchtende Farben, unter Beschränkung auf ruhigen Fond.
Sofern der Sakko als Promenadenanzug getragen wird, können ihn natürlich - in harmonischer Beziehung zu Hemd und Krawatte - auch Strümpfe und Taschentuch diskret beleben. Und ausnahmsweise sogar auch einmal Handschuhe, wie bei allen Anzügen, die in der Klasse des Homburgstils rangieren und sich demzufolge also nur mit korrekten Hüten sehen lassen.


(c) Herrenjournal 4/1951

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Herrenjournal VII: Was gibt es heute für Revers?

1. Kerbrevers mit langem Aufschlag; 2. "Knizerevers" mit abbrechender Spiegelnaht; 3. Fallende Revers in der gestutzten Mayerlingform

"Die Frage der Revers - in den letzten Jahrzehnten durch die einreihige und zweireihige Schablone beinahe ganz unkompliziert -beginnt neuerdings wieder recht interessant zu werden. Fast wie in der Zeit zwischen Empire und Zweitem Kaiserreich, als sich die Phantasie zwischen Kragengrenze und Rockaufschlag in vielerlei Einschnittsformen auslebte. Denn schon gibt es heute bei den Revers für den sachverständigen Blick des Fachmannes wieder rund 20 Variationen.
Gegenüber der Biedermeierzeit sind diese aber nicht Produkte eines augenblicklichen Einfalls, der sie bald hier bald da verwendet, sondern in der Hauptsache aus stilistischen Erwägungen heraus geboren. Ganz unwillkürlich hat sich das ergeben, nachdem in den letzten Saisons besonders bei den Jacketts allerlei Fassons hinzugekommen sind, mit neuen Ansprüchen und Ideen, und man auf diese Weise die Details bei den einzelnen Anzugarten genauer präzisiert und gegeneinander abgregrenzt hat. Die Revers aber sind bei dieser Differenzierung eines der markantesten Mittel, denn die Skizzierung ihrer Fasson genügt bereits als Anhaltspunkt dafür, mit welcher Art Kleidungsstück man es zu tun hat. Wohlgemerkt, bei etwa zwanzig verschiedenen Reversformen.


4. Golfrevers mit angeschnittener Lasche; 5. Sliponrevers

Besonders interessant ist diese kleine Reversgrammatik jetzt dadurch geworden, daß es sich allmählich als zweckmäßig erwiesen hat, für die einzelnen Reversarten nach bestimmten Namen zu suchen, durch die man sie ohne weiteres voneinander unterscheiden kann. Und zwar ganz unabhängig von dem modischen Moment, das bei den Revers selbstverständlich auch häufig wechselt - hier beispielsweise bald "Kehlrevers", bald "Bogenrevers" propagiert - und das oft genug zum charateristischen Ausdruck einer Saison geworden ist. Bei den Stilfragen aber handelt es sich um mehr.


6. Transformable Revers; 7. Französisches Phantasierevers à la Danton für Jagdjacketts

Die hier entscheidet ja nicht ein vorübergehendes Modediktat über die Form, sondern eine teils aus praktischen, teils aus ästhetischen Ansprüchen entwickelte Logik, durch die man für die Revers zunächst zu einer Einteilung in fünf Gruppen kommt. Deutlich unterscheiden sich da voneinander: die fallenden Revers, die steigenden Revers, die transformablen Revers, die Zwitterrevers und die Phantasie- oder Spezialrevers. Und alle diese fünf Gruppen haben nun wieder ihre verschiedenen Variationen. Selbst die an sich so einfach konstruierten fallenden Revers.
Je nachdem nämlich ihre Kanten eckig verlaufen oder abgerundet sind, spricht man hier jetzt von Kerb- oder Kurvenrevers (in der Damenmode "Cupidorevers"), wobei man jene mehr für die längeren Formen, diese mehr für die höher geschlossenen Sakkos vorsieht. Daneben hat sich dann das nur in der Taille geschlossene Dreiknopfjackett auch noch die Rollrevers reserviert. Und nicht ganz unwichtig ist bei den fallenden Revers auch der Winkelgrad, in dem sich Kragen und Aufschlag treffen. Denn für die Mayerlingform, die man jetzt - als Resonanz gewissermaßen auf die transformablen Kragen des modernen Norfolks - hier und da bei dem Einreiher zu sehen bekommt, schneidet man die Reverskerbe mit Überlegung nicht, wie vorwiegend beim Zweiknopfsakko, rechtwinklig, sondern spitzwinklig ein, was dann auch den Verlauf der Spiegelnaht beeinflußt. Sie bildet nun hier nämlich nicht die gestreckte Fortsetzung des unteren Kerbschenkels, sondern ist im sogenannten "Knizerevers" nch oben umgebrochen.


8. Englische Phantasierevers für den Campusstil

Beim zweireihigen Revers ist für die stilistische Bewertung in erster Linie wesentlich, daß Kragen und Spitze des Aufschlags tadellos aneinander passen, ohne jeden Zwischenraum. Die Spitzen dürfen andererseits auch nicht zu weit über die Kragenbreite hinausgehen. Und was ihren Neigungswinkel anbetrifft, so entscheidet hierüber die Knopffront des Sakkos, der sich bei einer Trapezstellung wie beim Kentsakko natürlich auch eine prononciertere Tendenz für seine Reversspitzen leisten kann, wie bei einer Knopfstellung, deren Basis ein Rechteck ist. Sehr wesentlich ist hier schließlich aber auch noch die Lage des Einschnitts. Ist sie zu hoch, wirkt das Revers maniriert, ist sie zu tief, so verstößt das gegen die Technik. Denn einigermaßen wenigstens sollte auch hier der Grundsatz gewahrt werden, daß die Länge des Kragens, soweit man nicht zu Phantasieformen übergeht, eigentlich bestimmt wird von der Halsgrube. Sehr nachdrücklich beachtet werden muß diese Forderung jedenfalls von den sogenannten transformablen Revers, also von dem Ulsterrevers, dem torsoartigen Sliponrevers und neuerdings auch dem schlanken "Campusrevers", denn hier soll ja gegebenfalls der Kragen überall geschlossen werden können, und da wäre es nicht nur ein Schönheitsfehler, sondern auch sinnlos, wenn der schließende Knopf infolge eines zu lang heruntergezogenen Kragens - wie man das häufig sieht - zu tief liegen würde. Das gilt auch für die POW-Revers, nämlich für die Revers des Tweedraglans in der Prince-of-Wales-Fasson, die sich, um vielseitiger verwendet werden zu können, zum einreihigen Schnitt Ulsterrevers zugelegt hat, in einer Zwitterform also, wie sie ähnlich auch für Revers des Ulsterpaletots üblich ist.


9. Bis zum Tascheneinschnitt laufende "Kentrevers"; 10. Steigende Revers in einreihiger Form (Cutrevers)

Denn um diesem Mantel eine Art Universalcharakter zu geben, dürfen seine Revers ja weder zu salopp noch zu elegant sein, weswegen man sie eben waagerecht einschneidet und den Aufschlag außerdem kaum über die Kragenbreite hinausgehen läßt. Das ist dann natürlich an sich eine Bastardfasson, aber da sie begründet ist, läßt man sie gelten. Ebenso wie jetzt ganz neuerdings die steigenden Revers beim einreihigen ungemusterten Tropical-Sakko mit aufgesetzten Taschen. Denn hier gilt es, einen Kompromiß zu schaffen zwischen sommerlicher Eleganz und dem farbenfreudigen, wenn auch undessinierten Beiwerk. Ein Fall allerdings, der schon in das Kapitel der Finessen gehört und ein bezeichnendes Beispiel dafür ist, daß man sich auch in der Herrenmode alles erlauben kann, wenn man es zu begründen vermag.


11. Ulsterrevers für zweireihige Mäntel; 12. Sogenannte P.O.W. Revers für einreihige Mäntel

Deshalb schreckt man denn bei den Revers jetzt auch keineswegs mehr von Phantasieformen zurück. Von ihnen aber profitieren natürlich nur die sportlichen Modelle, weil hier für die ungewohnten Konturen praktische Erwägungen maßgebend sind. Wie bei den Golfrevers mit der kleinen angeschnittenen Golflasche zum Hochschließen des Jacketts oder wie bei der modernen französischen Jagdjoppe, die ihrem sogenannten "Danton-Kragen" in einheitlichem Schnitt auch Reverscharakter gibt."


13. Waagerecht eingeschnittene Revers des Ulsterpaletots

c) Herrenjournal 2/1950


Sonntag, 5. Oktober 2008

Herrenjournal VI: Der Pendantgedanke in der Anzugszusammenstellung

"In seiner "Psychologie des eleganten Lebens" hat Balzac einmal den Grundsatz aufgestellt, daß es ein Zeichen von schlechtem Geschmack sei, wenn man in seinem Anzug mehr als zwei Farben zur Geltung kommen lasse. Das war zur Zeit des Bürgerkönigtums, und in der damaligen Zeit richtete man sich noch nach den Thesen der britischen Beaus, die so etwas wie eine asketische Eleganz gepredigt. Wie ein lapidares Gesetz hat man diese Auffassung länger als ein Säkulum befolgt. Und als man nach der Jahrhundertwende zum erstenmal dem modischen Beiwerk ein größeres Interesse entgegenbrachte, da mußte auch dieses sich ganz dem Balzacschen Axiom anpassen.

So kam damals ganz unwillkürlich der "Pendantgedanke" in die Herrenmode. Denn nachdem nun Hemd und Krawatte, Socken, Taschentuch und Schal nicht mehr auf die nivellierenden Töne angewiesen waren, ergab es sich von selbst, daß man sehr häufig wenigstens zwei dieser Attribute in derselben Farbe hielt, um ja nicht den Eindruck einer geschmacklosen Koloristik aufkommen zu lassen. Fast selbstverständlich war es nun für den gutangezogenen Mann geworden, daß er sich aus der Schublade, in der die Socken nach Farben geordnet waren, nur ein Paar herausnahm, das farblich mit der jeweiligen Tageskrawatte harmonierte, und ähnlich war es dann auch, als man den Oberhemden die Rolle des farbigen Akzents zugestand, und sich für sie nun nach Taschentüchern mit entsprechenden Kanten umsah.

Das waren so die elementarsten Anfänge der modischen Pendanttheorie. Inzwischen aber sind hier unter dem Einfluß der immer lebhafter werdenden Herrenkleidung die Kombinationsmöglichkeiten dieser Art wesentlich größer und dementsprechend diffiziler geworden.

Denn auch den Hüten steht ja jetzt eine ganz ansehnliche Farbskala zur Verfügung, immer häufigr stellt man nun Jackett und Beinkleid in verschiedenen Farben zusammen, eingeschaltet haben sich vielfach auch die Pullover, deren Beispiel neuerdings mit allerlei Phantasiestoffen die Westen folgten, und gleichberechtigt mitspielen wollen nun vor allem ja auch wieder, seit die reduzierte Hosenlänge ihnen das gestattet, die Socken und Strümpfe. Ja selbst so diskrete Attribute wie die Träger haben nun auf einmal ihren modischen Ehrgeiz entdeckt, und sie sind dabei manchmal beinahe schon so anspruchsvoll in Farbe und Muster wie die Krawatten.

Da muß man wirklich schon mit einiger Überlegung disponieren, wenn man Disharmonien vermeiden will. Denn neben einem Ausgleich in der Farbe gilt es ja nun auch noch mit den Dessins und Motiven des Beiwerks möglichst sparsam zu operieren, um eine geschmackvolle Ausgeglichenheit zu schaffen.



Das ist nun bei so vielerlei Attributen keineswegs so einfach, zumal auch für die Anzüge selbst - angeregt durch die Distriktchecks oder die Glenchecks - ausdrucksvolle Muster immer häufiger werden. Wenn man sich da nicht bei diesen oder jenen Details auf Unis beschränken will, muß man also unwillkürlich das in der Anzugszusammenstellung besonders hervortretende Dessin hier oder da auch noch ein zweites Mal verwenden. Dafür gibt es sehr viel mehr Koppelungen, als man im allgemeinen annimmt. Denn für eine passende Bindung hat man ja meistens unter sehr verschiedenen Garderobeartikeln die Auswahl. Voraussetzung für Attribute, die man durch gleichartige Dessins miteinander paaren will, ist nur, daß sie nicht unmittelbar aneinander grenzen. So kann man das Muster eines Hemdes - wie zum Beispiel neuerdings das Fischgrat - entweder beim Beinkleid, bei der Socke oder auch im Taschentuch wiederholen. Ebenso gibt es - etwa für Pepitas und Rauten - eine Verwandschaft zwischen Westen oder Pullovern und Strümpfen. Am meisten aber läßt sich - wenn man von der rein farblichen Harmonie zwischen Hut und Krawatte, Hut und Beinkleid oder Hut und Taschentuch absieht - der Pendantgedanke zwischen Krawatte und Socke verwirklichen, denn diese beiden Attribute haben die größte Möglichkeit für ausdrucksvollste Motive. Will man bei ihnen diese Chance ausnutzen, muß man hier umwillkürlich für beide auf dasselbe Dessin abkommen. Denn wie stillos würde es da wirken, wenn man beispielsweise einer Krawatte mit kultivierten kleinen Figuren oder duftigen Polkapunkten einen schweren Rautenstrumpf attachieren würde. So ist denn die Mode in der letzten Zeit recht bedacht darauf gewesen, die neuen Muster auch im Hinblick auf den Pendantgedanken zu entwickeln. Als erste Verbindung gab es da die Querbalken, dann folgten beinahe noch betonter, die Rauten und Argyllkaros und auf diesem Wege eröffnen sich nun unter anderem weitere Perspektiven durch die sparrenartigen Titanenstreifen, von denen sich in der amerikanischen Mode sogar die Hosenträger bestechen lassen, so daß dieses Motiv nun nicht nur in einem Duett, sondern sogar in einem Trio aufklingen kann."

(c) Herrenjournal 3/1950

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Herrenjournal V: Der Windsorkragen beherrscht die Herrenmode

"Wie nach dem ersten Weltkriege, wie damals nämlich, als der Westenausschnitt erheblich größer wurde und somit auf der Brust Muster im Hemd genügend zur Geltung kommen konnten, spielt auch heute wieder das Herrenhemd entschieden eine primäre Rolle in der Anzugs-Zusammenstellung. Denn sehr oft hängt es von ihm ab, ob ein Sakko einen modischen Eindruck macht oder nicht.

Und dabei hat man nun mehr und mehr die Feststellung machen können, daß entscheidend hierfür hauptsächlich die Form des Kragens ist.

Was hat man an ihm früher nur herumlaboriert. Hier waren die Spitzen lang und flatternd, dort kurz kupiert, bald verliefen die Schenkel konvex, bald konkav; und ganz unterschiedlich war dazu auch noch der Winkelausschnitt für den Knoten der Krawatte. Es war eine verwirrende Auswahl, ein stetes Sorgenkind für den Herrenausstatter, der all' diese Formen in jeder Größe vorrätig haben mußte, verwirrend aber vor allen Dingen für den, der hier die Auswahl für sich selbst zu treffen hatte. Bis sich dann durch einen Zufall immer mehr ein Modell in den Vordergrund schieben konnte mit so charakteristischen Konturen, das einen ganz neuen Männertyp zu repräsentieren schien, wer sich mit ihm zeigte. Und das kam so:

Halbsportliches Hemd mit ausgeprägtem Bandstreifen;  Handgewebtes Sporthemd  mit gewagtem, aber sehr apartem Karomuster; Handgewebtes rein wollenes tomatenfarbenes Skihemd mit eingearbeiteten Figuren. Auch für diese sportlichen Hemden - hergestellt von der betont modischen Herrenwäschefabrik  O t t o  Ho f f ma n n ,  S a a r b r ü c k e n  - ist wegen der stärker auftragenden Sportkrawatten der sperrende Kragen gewählt.

Bis etwa in die Mitte der dreißiger Jahre war als Gesellschaftskragen in der Herrenkleidung allein der sogenannte Klappenkragen anerkannt. Nicht nur für den Frack und Smoking war er Vorschrift, sondern auch für den Cut. Als dann aber das Dinnerjackett in der zwangloseren zweireihigen Front modern wurde und sich für den zu selten verwendeten Cut als Ersatz immer mehr der sogenannte "kleine Stresemann" durchgesetzt - der schwarze Konferenzsakko mit grauem Beinkleid -, da erschien den meisten Herren ein so seriöser Kragen für die kleineren gesellschaftlichen Gelegenheiten nicht nur zu offiziell, er war ihnen hier auch zu unbequem.

Da man aber jetzt zum zweireihigen Smoking sowie zum kleinen Gesellschaftsanzug ein Hemd mit weicher Brust vorzog, ließ es sich schließlich begründen, wenn man hier statt des Klappenkragens den Umlegekragen wählte, so neuartig die Zusammenstellung - besonders beim Dinnerjackett - auch wirkte.

Natürlich aber mußte es stets ein steifer Umlegekragen sein, und da stellte sich nun folgendes heraus: Bei der sehr niedrigen Form, die die Kragen damals besaßen, hatte, wenn man zum Gesellschaftsanzug einen Langbinder trug, der Knoten desselben meist nicht den richtigen Halt. Er begann sich zu lockern, und man bekam den Kragenknopf zu sehen. Dem mußte man natürlich auf alle Fälle begegnen. Bei der üblichen Bindeweise der Krawatte war das aber nicht möglich. Man mußte ihren Knoten vielmehr fester verankern. Das geschah dann auch, und zwar durch einen Doppelknoten. Dieser nahm sich aber selbstverständlich ziemlich volumnös aus, und der Ausschnitt des Kragens war für ihn nun nicht mehr weit genug. So mußte man diesen flotter wegspreizen. Und das tat man, damit der gehaltvolle Knoten nicht eingeengt wurde, in einem Winkel von 90 Grad.

Das cremefarbene Hemd mit Manschetten und gleichem Kragen ist immer noch das elegante Standardhemd für den halboffiziellen Zweireiher, für den die Stoffmuster ein neues interessantes Dessin von  C a r l  E l l i n g ,  B e r l i n ,  in zwei verschiedenfarbigen Varianten zeigen.

Dem Gesicht gab diese Form, wie gesagt, ein völlig verändertes Aussehen. Nur wenige Herren waren es daher zunächst, die sich trauten, diese Mode mitzumachen. Aber dann sah man vielfach mit diesem Kragen des englischen Königs jüngsten Bruder, der zu den elegantesten Herren der englischen Gesellschaft gehörte und seit seiner Verheiratung mit der schönen Prinzessin Marina von Griechenland den Namen eines Herzog von Kent führte, so daß die Modeexperten damals nach ihm auch diese neuartige Kragenform benannten. Natürlich trug sie auch aus Tradition der mit der Herrenmode eng verbundene britische König. Und als er dann nach seiner Abdankung als Herzog von Windsor mit den Amerikanern in engere Berührung kam, wurde der so betont modisch wirkende Kragen nun immer populärer. Die Modegazetten der USA ließen sich eingehend über die neue Bindemethode der zugehörigen Krawatte aus. Dabei sprachen sie dann ständig von dem Windsorknoten, und so übertrug man diesen Namen unwillkürlich auch auf die Kragenform, ohne die er nicht denkbar war.

Gerade als man sich auch in Deutschland für dieses neue Kragenmodell zu interessieren begann, brach der Krieg aus, und man hatte bald in der Wäscheindustrie andere Sorgen. Trotzdem nun aber inzwischen mehr als ein Dezennium vergangen, ist dieser Kragen auch heute noch in der Weltmode der Favorit seiner Gattung. Ja sogar selbst bei den sportlichen Hemden gewinnt er mehr und mehr an Boden. Auch bei ihnen wird jetzt - zumal sie ja meist mit Krawatten aus auftragendem Material liiert sind - häufig schon der Ausschnitt für den Knoten weit ausgespart, manchmal sogar noch mehr als in dem hierfür charakteristisch gewordenen rechten Winkel, so daß Fachkreise im Ausland dann von einer 'Spreadform' sprechen."


(c) Herrenjournal 3/1950

Dienstag, 30. September 2008

Auf Reisen: Der Travelsakko

Reisen im Anzug war im Vergleich zu heute vor 60 Jahren noch eine Selbstverständlichkeit. Aber nicht jeder Anzug schien den Autoren des Herrenjournals in den 50er Jahren gleichermaßen für die besonderen Ansprüche einer Reise geeignet. So steht der praktische Nutzen in der Gestaltung dieses Anzugs im Vordergrund. Dies zeigt vor allen Dingen der Hinweis auf die Verwendung von Rücken- und Seitenschlitzen, die in den 50er Jahren noch nicht so verbreitet waren wie heutzutage. Dem Beitrag beigefügt sind außerdem zwei Esquire-Abbildungen aus den 30er Jahren, die alternative Reisebekleidung zeigen.

"Der Travelsakko

Charakteristische Kennzeichen:

a) Einreihige Fasson in leicht sportlichem Stil mit fallenden Revers.

b) Zwei- oder dreiknöpfige Front mit schlicht aufgesetzten Taschen, die Brusttasche jedoch evtl. als Leistentasche oder mit schrägen Seitentaschen und Flaptasche.

c) Rücken neuerdings meist glatt aber mit langem Rückenschlitz oder Doppelschlitzen.

d) Beinkleid aus dem gleichen Stoff wie das Jackett im Gegensatz also zu den Anzügen kombinierter Art.

Fischgratdessins, Diagonalstoffe oder ganz modern Ton in Ton gehaltene, sich aus Treppenstufen zusammensetzende Schach- oder Waffelmuster entsprechen dem Charakter des Travelsakkos augenblicklich am meisten.

Material:

Vorwiegend Streichgarne in nicht zu sportlicher Qualität und mit nicht zu auffallenden Mustern. Am meisten gefragt in mittelbraunen Tönen.

Herkunft: 

Erste Modelle in dieser Art fanden sich als Reiseanzug bereits in der Mode von 1912. Sie wurden allerdings später durch den kombinierten Anzug verdrängt, erschienen dann aber in der Auslandsmode endgültig wieder zur Reisesaison 1947, nunmehr unter dem besonderen Gattungs-namen "Travelsakko".


Abbildung aus "Esquire", 30er Jahre
Verwendungsmöglichkeiten:

In erster Linie das Reisemilieu, wo der Travelsakko dem kombinierten Anzug gegenüber den Vorteil hat, daß man mit ihm einigermaßen "angezogen" wirkt, wenn man sich am Ziel der Fahrt abends noch in gepflegter Umgebung aufhalten will, ohne sich erst umkleiden zu müssen.

Passendes Beiwerk:

Hellgrundiges aber dezent gemustertes und dabei nicht so leicht schmutzendes Hemd, neuerdings am vorteilhaftesten mit sogenanntem Pin-Point-Kragen zu lebhafter Krawatte - leichte Cashmirweste - modernder Camber - Halfbrogues oder Fullbrogues."
(c) Herrenjournal, 4/1950


Wochenend-Ausflug auf's Land.  Abbildung aus "Esquire", 30er Jahre

Sonntag, 28. September 2008

Herrenjournal IV: Die Skala der Anzugstoffe

"Standardmuster in neuen Variationen

In allen Kollektionen für Anzugstoffe, die jetzt auf dem deutschen Markt erscheinen, ist der Wille zu erkennen, unbedingt wieder den Anschluß an die Weltmode herzustellen und sich dabei auch, ohne lediglich zu kopieren, auf einen guten eigenen Geschmack und den sooft bewiesenen Ideenreichtum zu stützen.
Nach der fast zehnjährigen Isolierung ist es selbstverständlich, daß die Produktion zunächst einmal, um wieder eine Basis zu schaffen, auf die bewährten Standardmuster zurückgreift. Auch schon deswegen, weil sie eine gewisse Zeitlosigkeit verbürgen. Und darauf kommt es in diesen Aufbaujahren den meisten Herren sicher ganz besonders an. Aber Standarddessins brauchen nun durchaus nicht des modischen Charakters zu entbehren. Durch die Wahl der Effekte, die Breite der Rapporte und geschickte Kombinierungen lassen sich hier, ganz abgesehen einmal von den Fondfarben, ja immer wieder Variationen herstellen, aus denen der Versierte genau den Jahrgang erkennt, ohne daß solch ein Stoff deswegen aber als modisch überholt betrachtet wird, wenn sich in den nächsten Saisons neuartige Ideen durchsetzen sollten.


Zweifellos die größte Konjunktur hat da gegenwärtig der Streifen, den man infolgedessen auch besonders vielseitig abwandelt. Fast allgemein aber geschieht dies in einer sehr dezenten Art. Denn in der Hauptsache dominieren hier die feinen Streifen, bei denen wieder die Nadelstreifen den Ton angeben. Da die ganze Tendenz darauf ausgeht, gegenwärtig Extreme zu vermeiden, hält sich auch der Rapport in normalen Grenzen. Jedenfalls ist hier eine Distanz von etwa Fingerbreite die Regel. Um Abwechslung zu schaffen, treten die Streifen - dann in unterschiedlicher Zusammensetzung - auch mehrspurig auf, begleitet von anderen Effektfarben oder abwechselnd mit solchen. Und dann schafft bei den Streifen häufig natürlich auch der Fond ein neues Bild, vornehmlich durch die heute so vielseitig modulierten Fischgratstrukturen oder die dezenten Perlmuster, die auf diese Weise - populär geworden als "Vogelaugen" oder Kaviardessins - von einem zeitlosen zu einem Saisondessin anvancieren.
So sind also die charakteristischen Muster der Anzugsmodelle alle wieder mit im Rennen, zumal man auch keineswegs auf die Glenchecks verzichten wird, die teilweise in neuen, interessanten Blockgruppen erscheinen und durch ihre Fenstereffekte auch wieder den Überkaros den Weg ebnen, die - in Ablösung mit Streifendurchzügen - aus irisierendem Körpergrund herausleuchten.
Am Horizont englische Phantasiemotive
Während sich nun in der Tuchindustrie die Mode mit den bewährten Dessins wieder stabilisiert, beginnt sich allmählich, von den britischen Inseln inspiriert, eine Tendenz anzukündigen, die auch dem Phantasiemuster einen Spielraum verschaffen will, vornehmlich natürlich für die zwanglose Kleidung. Am auffallendsten sind wohl hier, gegenüber der konservativen Richtung, die Flechtmotive, engmaschig ebenso wie ganz aufgelockert und dann mit Vogelaugen gefüllt. Nicht weniger bemerkenswert sind auch die Wabenmuster, besonders wenn sie zusammengesetzt sind aus verschieden getönten Blocks, so daß das Schema eines Schachbretts entsteht. Auch für dieses plädiert man jetzt nämlich wieder, indem man es entweder aus Gruppen von Vertikalen und Horizontalen aufbaut oder aus spinnwebähnlichen Fischgratquadraten. Und dann ist da auch noch eine Mustergruppe hervorzuheben, bei der man darauf ausgeht, dem Streifen neue Perspektiven zu eröffnen, angeregt zweifellos durch die waagerecht aufgeteilten Bahnen, die in der Hemdenmode als Bengalenstreifen klassische Ehren genießen.

Das farbige Tableau auf der rechten Seite gibt einen Überblick über die Struktur neuer englischer Anzugdessins, bei denen besonders allerlei Flechtmuster, Schachbrettmotive und Überkaros auf verschiedenstem Fond auffallen.

Bei den sportlichen Stoffen zeigen die Kollektionen neben Noppendessins und einem kleingemusterten Flechtfond Hahnentrittmotive in den verschiedensten Größen, treppenartige Diagonalbindungen und oft recht kräftige Fischgräten, deren farbige Effekte als Horizontalstreifen erscheinen. Dabei finden sich alle Farben vom gründurchsetzten Zitronengelb über Marineblau und Rot bis zur Auberginefarbe.


Die Farbpalette


Wie man das schon vor dem Kriege gehalten, schaltet man auch jetzt wieder in der Anzugmode keine der herrenmäßigen Grundfarben aus. Aus einer gewohnheitsmäßigen Einstellung finden dabei zwar die grauen Töne nach wie vor die meisten Anhänger - nicht zuletzt, weil man bei ihnen die wenigsten farblichen Schwierigkeiten mit dem Beiwerk hat -, kaum weniger Bedeutung haben heute aber die braunen Nuancen vom Mönchsbraun über das warme braune "Tudorrot" zum "Safaribeige" in Tropicals und neuerdings auch in zusammengesetzten Tönen, wie sie das Britische Colour Council für das Jahr 1950 befürwortet: In einer "Heidekrautmischung" etwa und dann ganz besonders auch in den exklusiven Färbungen von Blau, bei dem es Legierungen mit Rot gibt und bei denen für die kommende Saison ebenso eine Rollen spielen: das sogenannte "Universitätsblau", "Tintenblau", "Kommandeurblau" und "Atlantikblau". Und sehr loyal ist man im Ausland heute auch gegen die grünen Stoffe, vor denen der Deutsche immer eine gewisse Ängstlichkeit empfunden hat. Für den Universalanzug sind sie natürlich nichts. Hat man sich aber bei seiner Garderobe wieder eine gewisse Basis geschaffen, dann gibt es hier für den individuellen Geschmack sehr aparte Töne vom sportlichen Gelbgrün und Schottischgrün bis zum distinguierten Lovat."
Herrenjournal, 1/1950

Freitag, 26. September 2008

Herrenjournal III: Variationen zwischen USA-Front und Kent-Fasson

"Die Geschichte des modernen Zweireihers setzt ein: Ungefähr gegen Ende der zwanziger Jahre. Zu diesem Zeitpunkt nämlich stellte man fest, daß der Ausschnitt dieses Sakkos nicht mehr der Mode entsprach. Viel zu hoch überschnitten sich seine Revers, und so war hier fast gar nichts zu sehen von der Hemdbrust, und auch die Krawatte kam dabei, wenn es sich um breite Streifen, schöne Ornamente oder größere Karos handelte, nur sehr ungenügend zur Geltung. Da das Beiwerk damals aber zum ersten Male eine primäre Rolle in der Anzugszusammenstellung einnahm, war es ganz selbstverständlich, daß man ihm auch beim Zweireiher zu seinem Recht verhelfen mußte.

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Und so begann man also an den Revers herumzukorrigieren. Zunächst einmal, indem man sie aushöhlte, die Hemdbrust also konisch von ihnen umranden ließ. Nur minimal aber wurde der Ausschnitt dadurch erweitert. Und so kam man denn in Paris auf die nun sehr naheliegende Lösung, einfach den obersten Schließknopf tiefer zu setzen, wodurch dann auch die Revers gestreckter wurden und folglich auch ihr Ausschnitt mehr von Hemd und Krawatte hergeben konnte. Aber dieses Modell hatte, optisch gesehen, einen Schönheitsfehler. Das unterste Knopfpaar lag nun unter der Höhe des Tascheneinschnittes, und das ergab bei dem damals verhältnismäßig kurzen Jackett eine unbefriedigende Proportion.

Auch in England hatte man sich mit diesem Problem befaßt, und hier kam man nun sehr bald auf den richtigen Weg. Ähnlich wie beim Einreiher ließ man jetzt nämlich auch beim Zweireiher einfach den oberen Schließknopf überrollen. Dadurch hatten die Revers bis zum Tascheneinschnitt Spielraum und ein großer Rahmen stand nun den immer interessanter werdenden Hemdstoffen und den dekorativen Langbindern zur Verfügung.

Offiziell anerkannt war dann dieses Modell, als sich grundsätzlich auch der elegante Herzog von Kent zu ihm bekannt, so daß der "Kentzweireiher" bald ein Begriff in der internationalen Herrenmode wurde.

Aber dann kam der Krieg, und als nach dem Waffenstillstand allmählich auch die Herrenmode wieder auflebte, da hatte diese elegante Sakkofront einen gewichtigen Konkurrenten erhalten.



Angesichts ihrer politischen Machtposition wollten nun, bei allem Respekt vor dem Hof von St. James und seiner distinguierten Herrenklasse, auch die Amerikaner ein Wort in der Mode mitreden.

Und so ging von ihnen eine starke Propaganda aus für einen neuen zweireihigen Typ, bei dem wiederum, wie einst in Paris, das untere Knopfpaar tiefer lag als der Tascheneinschnitt. Da aber gleichzeitig auch das Jackett eine größere Länge erhalten hatte, die Taille überdies nur noch angedeutet war und die Silhouette sich fast trapezartig verjüngte, war diese USA-Front, wie man diese Fasson recht bald überall nannte, ästhetisch durchaus einwandfrei. Zumal, wenn die unteren Knöpfe das "Gesetz von den Beziehungen zwischen Knöpfen und Taschen" respektieren. Danach mußte das untere Knopfpaar in Höhe der unteren Taschenpatte liegen. Verzichtete man jedoch auf diese, so hatte die Verlängerung des Tascheneinschnittes den Höhenabstand der beiden unteren Kopfpaare zu halbieren. Wie man das besonders in Schweden liebte, wo man beim Zweireiher jetzt die blinden Knöpfe fortließ und dadurch dann eine ganz neue Front erhielt, die man als "Svenskamodell" registrierte.

In der ganzen Nachkriegszeit hat nun diese Tiefknopfstellung die Konturen der Zweireiher bestimmt. Lediglich in England hat man sich um sie wenig gekümmert. Denn hier stand man auf dem Standpunkt, daß der Wunsch nach einem tiefen Ausschnitt von dem "Kentzweireiher" noch weit besser berücksichtigt worden sei, da bei ihm ja die Revers eine noch größere Länge hätten. Und als man dann anfing, die Sakkos wieder etwas mehr zu kürzen, und dadurch die Proportionen für die USA-Front wieder ungünstiger wurden, befestigte der englische Zweireiher erneut seine Stellung unter den modischen Modellen. Und sogar eine interessante Variante gibt es jetzt hier. Auch der Abstand des mittleren Knopfpaares wird nun hier und da, weil es ja nicht mehr geknöpft wird, etwas auseinandergezogen, und zwar so weit, daß es auf derselben Linie liegt, die die obersten mit den unteren Knöpfen verbinden würde. Dadurch entsteht dann eine reine Trapezfront, die dem Zweireiher zweillos einen neuen Charakter gibt.

Unter diesem Aspekt kehrt dann bei den zweireihigen Sakkos auch die Fasson wieder zurück, die man vor dem Kriege als "Smokingfront" von dem zweireihigen "Dinnerjackett" übernommen. Und zwar in zwei Variationen. Einmal in Anlehnung an die USA-Front, von der man nur das untere Knopfpaar kassiert hat. Dann aber - um eine Nuance moderner (s. S. 25) - auch mit dem unteren Knopfpaar in Höhe des Tascheneinschnittes, genau wie beim "Kentsakko", dessen Idee sich somit bei dem eleganten Zweireiher augenblicklich wieder dominierend durchgesetzt hat."


(c) Herrenjournal, 1/1950